Nachdem ich im Jahr 2005 mit meiner ersten Ketoazidose 2 Tage in meinem nicht allzu bequemen Krankenhausbett lag, betrat wider Erwarten eine Sportassistentin mein Zimmer und bat mich mit ihr etwas Sport zu machen. Es war ein herrlich sonniger Tag und etwas Bewegung konnte mir sicherlich nicht schaden.
Wie das so im Krankenhaus so ist achtet man dort etwas genauer auf den Blutzucker (was ja im Allgemeinen nicht schlecht ist) und so sollte ich auch damals meinen Wert überprüfen. Mit einem Ausgangswert von 143 mg/dL wurde ich aufgefordert die, normalerweise übliche, Sport-BE zu mir zu nehmen. Ich weigerte mich jedoch mit der Begründung, dass hingegen aller Erfahrungen mein Blutzucker nach oben gehe, anstatt zu sinken.
Nach langem Hin und Her verblieben wir so, dass uns ein Sanitäter begleiten würde. Wir waren ca. 30 Minuten Joggen in mehr oder weniger ebenem Terrain. Eine mittelmäßige Anstrengung für mich. Nachdem wir wieder auf Station waren kam der lang ersehnte Moment der Blutzuckerkontrolle nach dem Sport.
Und es hat sich tatsächlich bewahrheitet. Ohne Sport-BE und mit durschnittlicher Anstrengung stieg mein Wert auf 190 mg/dL. Die Sport-Assistentin schaute mich entgeistert an und meinte: "Normal", das gibt es wirklich nicht.
Es gibt allerdings auch bei mir einen kleinen Haken. Die Bedingung für diesen Ablauf ist ein solider Ausgangswert von >90 mg/dL. Alles darunter wirkt sich "normal" aus und bewirkt, dass ich sehr schnell in die Hypoglykämie falle.
Fazit: Nicht alles lässt sich auf Jeden übertragen und man sollte genau prüfen was auf einen selbst zutrifft.
